Weltkulturerbe Kotor 3


Wenn man in die Bucht von Kotor einfährt, fühlt man sich ein wenig in die Fjordlandschaften Norwegens versetzt. Umschlossen von Felswänden, an denen die Wolken, die vom offenen Meer kommen, hängenbleiben, geht eine ganz besondere Ruhe von diesem Fleckchen Erde aus.

Während wir langsam durch die Bucht und zum Anleger glitten, krochen die Wolken die Berghänge hinab, als seien sie dickflüssig – ein Bild, das uns fesselte und trotz der morgendlichen Kühle lange auf unserem Balkon ausharren ließ.

Kotor Hafen

Bei leichtem Nieselregen verließen wir nach dem Frühstück das Schiff und gingen nur wenige Schritte, bis wir das aus dem 16. Jahrhundert stammende westliche Stadttor erreichten, das den zentralen Eingang zur Innenstadt von Kotor bildet.

Kotor vor Westtor

Nachdem wir hindurchgegangen waren, standen wir auf einem kleinen Platz, der den Blick auf Kirchen und eine Mischung aus alten Wohn- und Geschäftshäusern freigab. Als erstes fiel unser Blick auf die St. Lukas-Kirche aus dem Jahr 1195. Sie ist  das einzige Gebäude, das bisher völlig unbeschadet alle Erdbeben, die in dieser Region leider nicht selten sind, überstanden hat. Hoch darüber thront die alte Festungsanlage, die alten Verteidigungsmauern wirken auch heute noch wie ein Schutzwall um die Stadt.

Kotor

Wir folgten einer der vielen Gassen, die von diesem Platz ausgehen. Obwohl der alte Stadtkern von Kotor recht klein ist, hatten wir in dem Gewirr aus Gassen und Durchgängen recht schnell die Orientierung verloren. So ließen wir uns einfach treiben und stellten fest, dass sich hinter manch schmalem, unscheinbarem Durchgang durchaus sehenswerte Innenhöfe befinden. Mehr über Kotor und die vielen kleinen Schätze, die es birgt, findet Ihr hier auf der Tourismus-Webseite der Stadt.

Kotor Gasse                                  Kotor Gasse

Kotor Innenhof

Man hatte uns erzählt, es sei sehr selten, dass es in Kotor regnet. Doch auf unserem Rundgang fiel immer wieder auf, dass überall Regenrinnen in die Gassen eingelassen sind. Die Sonnenschirme der Gaststätten und Cafés zeigten mit den Rändern nach oben, wie um das Regenwasser aufzufangen, in die Befestigungsrohre und von dort aus in die Kanalisation zu leiten.

Nachdem wir einige Zeit durch die Stadt gestreift waren, klarte es etwas auf, und wir beschlossen, den Hang hinauf zur Festungsanlage zu steigen. Der erste Teil des Aufstieges war recht einfach zu bewältigen, zumal an der Hangseite Treppenstufen angelegt sind. Durch den vorherigen Regen war jedoch alles nass und sehr rutschig, so dass wir vorsichtig bergauf stiegen.

Aufstiegstafel Kotor

Kotor Aufstieg

Einige Zeit, nachdem wir die in den Hang gebaute Gospa od Zdravlja-Kirche passiert hatten, wurde der Aufstieg über nasse Steine und Geröll noch etwas unwegsamer. So beschlossen wir, auf den letzten, auf der Karte am Anfang als „high risk zone“ bezeichneten Teil des Weges, zu verzichten. Die Aussicht über die Bucht war auch aus dieser Höhe schön.

Kotor von oben

Hier ein kurzer Video-Rundblick über die Bucht:

Wieder im Ort angekommen, hatten wir noch etwas Zeit, bevor das Schiff ablegte, so schauten wir uns auch die orthodoxe Kirche von innen an. Hier findet man wunderschön vergoldete und versilberte Ikonen und fein ziselierte Silberarbeiten an Leuchtern und Kelchen.

Kotor Ikone                                   Engelskopf

Als wir am späten Nachmittag ausliefen, saßen wir erneut noch lange auf dem Balkon, um die wunderschönen Fjorde an uns vorbeigleiten zu sehen. Wie schon am Morgen hatten wir den Eindruck, dass die Wolken über die Berggipfel krochen, um an den Hängen hinab zu fließen. Ein wunderschönes Schauspiel, das uns wieder einmal zeigte, wie herrlich die Natur sein kann, auch wenn die Sonne nicht vom strahlend blauen Himmel scheint.

Bucht von Kotor

Zum Anfang dieser Reise                                                                                                Weiterlesen


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3 Gedanken zu “Weltkulturerbe Kotor

  • Elisa

    Hey Elke,
    jetzt bin ich gerade über deinen Kotor-Artikel gestolpert. 🙂
    Das es selten dort regnet, kann ich nicht ganz nachvollziehen – ich war mehrere Tage mit meinem Bus in Montenegro unterwegs und es hatte im kompletten Land ohne Pause geregnet.
    Aber der Ort hat mich auch begeistert. So schön hatte ich es mir dort nicht vorgestellt.
    Lieben Gruß
    Elisa

    • TravelElk Beitragsautor

      Hallo Elisa,
      wir haben da auch in etlichen Ecken und Hinterhöfen Sandsäcke gesehen, die werden auch nicht zur Dekoration gewesen sein ????
      Aber der Ort hat wirklich Charme, wenn nicht gerade 3000 Passagiere eines Kreuzfahrtriesen da einfallen, das ist dann glaube ich jenseits von schön.
      Liebe Grüße
      Elke