Rom – ewige Stadt hinter Gittern 3


Rom – ewige Stadt, Colosseum, Vatikan, Fontana di Trevi… Das sind die ersten Dinge, die den meisten Leuten einfallen, wenn sie den Namen dieser Stadt hören.

Uns ging es ebenso, in unseren Köpfen waren all die Hochglanz-Bilder, die man eben im Internet so findet. Doch bevor man all dies zu sehen bekommt, trifft man als Kreuzfahrtpassagier zunächst im Hafen von Civitavecchia ein. Leider war das Wetter an diesem Tag eher durchwachsen, trotzdem machten wir uns gut gelaunt auf den Weg. Wir wollten die relativ überschaubare Strecke nach Rom mit dem Zug fahren. Theoretisch fuhr vom Anleger aus ein Pendelbus zum Bahnhof – praktisch war leider weit und breit nichts davon zu sehen. Also machten wir uns zu Fuß auf den Weg, was keine so gute Idee war, da sich die Strecke doch sehr in die Länge zog.

Civitavecchia

Blick über den Hafen von Chivitavecchia

Doch zumindest bekamen wir auf unserem Fußmarsch die hübsche Statue, die das berühmte Foto „V-J Day in Times Square“ von Alfred Eisenstaedt zur Vorlage hat, zu sehen. Civitaveccia Statue

Am Bahnhof angekommen, lösten wir unsere Fahrkarten und stiegen in den kurz darauf einfahrenden Zug. Die anderen Fahrgäste waren eine bunte Mischung aus Pendlern, Touristen, Pilgern, Priestern und Nonnen. Neben uns saßen 4 Nonnen, die augenscheinlich aus Afrika kamen, und soweit wir es verstehen konnten, waren sie auf dem Weg zum Vatikan. Sie waren aufgeregt wie Teenies vor einem Robbie Williams-Konzert, es war wirklich süß, wie aufgeregt sie plapperten und immer hektischer wurden, je näher wir dem Ziel kamen.

In Rom angekommen erwartete uns ein Gewusel, das uns an einen Ameisenhaufen erinnerte. Da wir am äußersten Zipfel dieses wirklich sehr großen Bahnhofs ankamen, mussten wir erneut sehr weit gehen, um auf die Hauptstraße zu gelangen. Prompt kamen wir auch auf der falschen Seite heraus, wo wir vergeblich nach der Haltestelle des Hop-On-Hop-Of-Busses suchten, für den wir bereits beim Kauf der Zugfahrkarten vergünstigte Tickets bekommen hatten. Wir fanden lediglich ein Büro, das auch Tickets für eben diesen Bus verkaufte, aber da wir diese ja schon hatten, waren die beiden Verkäufer nicht daran interessiert, uns weiterzuhelfen.

Nach einiger Zeit des Suchens hatten wir dann tatsächlich die Haltestelle gefunden und ließen uns, inzwischen schon etwas entnervt, oben auf dem offenen Deck nieder. Glücklicherweise taten wir das auf der linken Seite. Dass die rechte Seite keine gute Idee ist bemerkten wir sofort, als der Bus mit ziemlich hohem Tempo durch eine schmale Allee fuhr. Die tief hängenden Äste der Bäume am Straßenrand klatschten den weniger glücklichen Mitfahrern dort nämlich ziemlich heftig ins Gesicht.

Rom AlleeDa wir insgesamt nicht so viel Zeit hatten, war unser erstes Ziel das Colosseum. Ich habe mich sehr darauf gefreut, es zu sehen. Auf dem Weg dorthin kamen wir auch am Piazza Venezia mit dem Monumento Vittorio Emanuele II vorbei. Wir nahmen uns vor, es auf dem Rückweg näher anzuschauen, wenn die Zeit reichen würde.

Monumento VE II Kurz darauf kamen wir dann am Colosseum an – und ich muss sagen, ich war doch enttäuscht. Der größte Teil des alten Gebäudes war von Gerüsten umhüllt, so dass es eher wie das Werk eines modernen Architekten wirkte als wie ein so altes und geschichtsträchtiges Kulturerbe.

Colosseum An sich hatten wir geplant, es auch von innen zu besichtigen. Als wir aber dann die Menschenmassen sahen, die sich davor und auch darin drängten, verabschiedeten wir uns von diesem Vorhaben und wandten uns der Via Sacra zu, die zum Titusbogen führt. Und hier zeigte sich eindringlich, dass Rom eine Frage der Perspektive ist.

                      Titusbogen                               Titusbogen

           Colosseum ohne Gitter                        Colosseum mit Gitter

Trotz aller Ernüchterung sahen wir auch schöne und unvergitterte Dinge, aber die Hot Spots fanden wir eher enttäuschend.

           Lampe               Tor

Statue

Wir hatten genug von Zäunen und Gittern, daher bestiegen wir wieder den Sightseeing-Bus und machten uns auf den Weg zum Vatikan. Aber auch hier erwarteten uns Absperrungen – zumindest waren diese aber nur hüfthoch, so dass man sich nicht so eingesperrt fühlte. Erneut befanden wir uns inmitten unglaublich vieler Menschen, und wir erfuhren, dass die Wartezeit bis zum Einlass in das Museum oder die Sixtinische Kapelle rund 4 Stunden betrug. Daraufhin verzichteten wir schweren Herzens auf die Besichtigung, denn eine so lange Wartezeit ließ unser Zeitplan definitiv nicht zu.

Vatikan

Vatikan

So machten wir uns nach insgesamt 3 Stunden in Rom auf den Rückweg zum Bahnhof. Uns war die Lust auf weiteres Gedränge und Umzäunungen vergangen. Als wir im Zug zurück nach Civitavecchia saßen fühlten wir uns, als hätten wir die dreifache Zeit dort zugebracht.

Zurück auf dem Schiff duschten wir ausgiebig und machten uns dann auf den Weg in das italienische Restaurant „Venezia“ an Bord, in dem wir für diesen Abend einen Tisch reserviert hatten. Danach fielen wir zum ersten Mal auf dieser Reise mit einem Gefühl von Erschöpfung ins Bett.

Am nächsten Tag erzählten uns unsere Tischnachbarn im Europa-Restaurant, dass sie trotz Reservierung und bevorzugter Behandlung immerhin noch stolze 2 Stunden auf den Einlass in die Sixtinische Kapelle gewartet hatten.

Wir hatten uns von Rom viel versprochen, aber an diesem Tag war es definitiv nicht unsere Stadt.

Zum Anfang der Reise                                                                           To be continued…

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3 Gedanken zu “Rom – ewige Stadt hinter Gittern

  • Jean

    Hallo Elke,
    schade, dass du im schönen Rom eher negative Erfahrungen gemacht hast. Ich war auch sehr traurig, dass der Trevi-Brunnen ausgerechnet dann restauriert wurde, als ich in Rom war… Allerdings habe ich mich wirklich in die Stadt verliebt, habe so viel gesehen und fand alle Sehenswürdigkeiten tausendmal schöner als auf den Bildern im Internet oder in den Bildbändern über die Stadt. Und 2 Stunden musste ich auch nicht warten, nur um in die Sixtinische Kapelle zu kommen. Irgendwie habt ihr wohl einen schlechten Tag erwischt. Ich hoffe, nächstes Mal wird es besser! 🙂
    Liebe Grüße,
    Jean
    http://jean-abovetheclouds.com

    • TravelElk Beitragsautor

      Hallo Jean,
      ich denke mit etwas Abstand auch, dass wir die Stadt an diesem Tag vielleicht „auf dem falschen Fuß“ erwischt haben, aber es war schon die anstrengendste Stadt, die ich bisher erlebt habe.
      Normalerweise bin ich auch lieber in Ruhe an einem Ort, als nur an einem Tag durchzuhetzen. Wenn ich nochmal nach Rom fahre, dann sicherlich für ein paar Tage, und ich werde mir einheimische Ansprechpartner suchen, denn es wird garantiert auch dort schöne und nicht so überlaufene Ecken geben. ????