Wochenendtrip nach Washington D.C. – Teil 2


Langsam machte es sich bemerkbar, dass wir schon lange auf den Beinen waren, und so beschlossen wir, es für diesen ersten Tag genug sein zu lassen und machten uns auf den Rückweg zum Hotel. Dort gab es genau gegenüber, ebenfalls am Dupont Circle, ein witziges Restaurant, das wir an diesem Abend ausprobieren wollten – eine Kombination aus Buchladen und Restaurant, so etwas hatten wir bis dato noch nicht gesehen.

Man meldet sich bei Kramerbooks & Afterwords Cafe am Empfang des Restaurants für einen Tisch an, und wenn nicht direkt einer frei ist, geht man in der Zwischenzeit in den dahinter liegenden Buchladen und stöbert herum. Dabei führt einen der Weg quasi direkt durch die Küche – eine ulkige Streckenführung, in Deutschland undenkbar. Wir schauten uns also in dem Laden um, blätterten ein wenig in einigen Büchern, und nach kurzer Zeit erschallte über einen Lautsprecher die Ansage „Table for Elk is ready!“. Also gingen wir zur Kasse des Buchladens, wo wir von einer Servicekraft in Empfang genommen wurden, die uns wieder durch die Küche zurück ins Restaurant an unseren Tisch führte. Das Essen dort war wirklich gut, und es gefiel uns sehr, dass dieser Laden eigentlich nur von Einheimischen frequentiert wird, die sich hier nach der Arbeit treffen, um den Tag entspannt ausklingen zu lassen. Nach dem Essen war der Tag dann für uns auch definitiv beendet, wir konnten kaum noch die Augen aufhalten und waren froh, dass es nur wenige Schritte zurück in unser Hotel waren.

Als wir am nächsten Morgen wach wurden, war es erst 6 Uhr, aber durch die Zeitverschiebung waren wir hellwach. Also beschlossen wir, einen Morgenspaziergang in der direkten Umgebung zu machen. Bewaffnet mit einem Coffee to go, der zu dieser frühen Stunde in der Hotellobby bereitstand, schlenderten wir ein wenig umher und setzten uns am Dupont Circle auf eine Bank. Spannend, wer da so früh schon alles unterwegs ist. Jogger, Leute mit Hunden, Nachtschwärmer auf dem Heimweg, sie alle liefen um den Brunnen auf dieser riesigen Kreisverkehrs-Insel herum. Erstaunlich fanden wir, dass wir von fast allen gegrüßt wurden. Einige fragten uns sogar, warum wir da bei Sonnenaufgang sitzen, es wäre doch kalt? Es wirkte zunächst seltsam auf uns, da man aus Deutschland eher gewöhnt ist, dass Menschen stumm vorbei gehen und einen dabei möglichst nicht einmal anschauen. Das war wieder einer der Punkte, die wir so nicht erwartet hätten, uns aber positiv überraschten.

Wir schlenderten dann wieder zu Fuß Richtung City, nun führte uns unser Weg zum Old Post Office, einem wirklich schönen, alten Gebäude.

Kombination aus Buchladen und Restaurant - Foto Old Post Office

Das wunderschöne Old Post Office

Etwas irritiert waren wir allerdings, dass wir eine Sicherheitsschleuse wie am Flughafen passieren mussten, um hinein zu gelangen. In dieser Stadt wird Sicherheit wirklich großgeschrieben, trotzdem ist es irgendwie ein seltsames Gefühl.

Im inneren hatten wir ein Museum oder ähnliches erwartet, fanden uns aber in einer Mischung aus Shopping-Mall mit Andenken aller Art und Foodcourt wieder.

Kombination aus Buchladen und Restaurant - Old Post Office innen

Innenansicht des Old Post Office

Wir bestiegen den gläsernen Aufzug und fuhren hinauf auf den 96 Meter hohen Turm, von dem aus man einen wunderschönen Rundblick über die Stadt hat. Es lohnt sich also auf jeden Fall, dort hinauf zu fahren!

Kombination aus Buchladen und Restaurant - Panorama vom Old Post Office

Blick vom Turm des Old Post Office

Unser nächstes Ziel war Georgetown, der älteste Stadtteil Washingtons. Wir fuhren mit dem Circleliner dorthin, einem Bus, der quasi immer im Kreis durch die City fährt und in dem man für einen Dollar so weit mitfahren kann, wie man möchte. Dort angekommen hätte man denken können, wir hätten die Stadt gewechselt. Alte, niedrige Backsteingebäude mit vielen bunten und originellen Geschäften säumen die Straßen, wir fühlten uns ein wenig an die Südstaaten der USA erinnert. Ein guter Ort, um einen sonnigen Tag zu genießen und gemütlich zu flanieren.

Kombination aus Buchladen und Restaurant - Georgetown

Georgetown hat Südstaaten-Flair

Neben dem Old Stone House, dem ältesten Gebäude Washingtons, fanden wir einen kleinen Sprinkles Cupcake-Laden, dem wir nicht wiederstehen konnten. Wir setzten uns mit unseren leckeren Cupcakes in den kleinen, stillen Garten, der direkt hinter dem Old Stone House angelegt ist. Diese kleinen Kuchen waren wirklich ein Stück Himmel auf der Zunge – ich kann jedem nur empfehlen, sich diese Leckerei bei einem Besuch in Georgetown keinesfalls entgehen zu lassen!

Kombination aus Buchladen und Restaurant - Old Stone House Garden

Der schöne kleine Garten hinter dem Old Stone House

Kombination aus Buchladen und Restaurant - Old Stone House

Das Old Stone House

Als nächstes führte uns unser Weg zur Union Station. Die Architektur dieses Bahnhofs ist wirklich interessant, ein Blick hinein lohnt sich auf jeden Fall.

Kombination aus Buchladen und Restaurant - Union Station

Innenansicht der Union Station

Wir kamen mit der sehr netten Kassiererin des dortigen Buchladens ins plaudern, und sie empfahl uns, wir sollten unbedingt in die Shopping Mall am Pentagon fahren – „It’s so big that you’ll get crazy!“. Das ließen wir uns natürlich nicht zwei Mal sagen, also fuhren wir mit dem Sightseeing-Doppeldecker-Bus direkt dorthin – und sie hatte nicht zu viel versprochen. Die Mall war wirklich riesengroß, und vieles war schon weihnachtlich dekoriert.

Kombination aus Buchladen und Restaurant - Pentagon Fashion Mall

Blick in die Pentagon Fashion Mall

Kombination aus Buchladen und Restaurant - Pentagon Fashion Mall2

Die Pentagon Fashion Mall

Auf dem Weg dorthin kamen wir direkt am Pentagon vorbei und stellten fest, dass dieses Gebäude wohl nur von oben eindrucksvoll aussieht. Wenn man daran vorbeifährt, sieht man einfach nur eine lange, gerade Wand, nicht besonders spektakulär oder sehenswert. Wir stürzten uns also ins vorweihnachtliche Einkaufsgetümmel, und da wir ja nur für ein Wochenende Kleidung in unseren Koffern hatten, bestand keine allzu große Gefahr, dass wir zu viel Gewicht auf dem Heimweg dabei haben würden. Der Vorteil an einer Einkaufsmeile im Ausland ist für mich vor allen Dingen, dass man auch mal ganz andere Stile und Label sieht als in heimischen Gefilden. Schön fanden wir hier auch die freundliche, aber unaufdringliche Bedienung in den Läden. Wir wurden meist mit einem freundlichen „Hallo, wie gehts?!“ begrüßt, aber nach einem kurzen Hinweis, dass wir uns jederzeit an die Mitarbeiter wenden können, wieder in Ruhe gelassen. Die Zeit verging wie im Flug, und irgendwann, es muss wohl schon nach 22:00 Uhr gewesen sein, fuhren wir mit unserer Einkaufs-„Beute“ wieder zurück ins Hotel.

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